Feminismus oder doch Egoismus?

Gendern, Familie und Werte.

In den letzten Jahren, hat der Feminismus immer mehr Anklang in der Gesellschaft und somit auch Anhänger gefunden. Man könnte fast sagen, es ist eine Art “Trend” geworden, “Feminist” zu sein.
Dabei habe ich oft das Gefühl, die meisten wissen überhaupt nicht, was dieser Begriff eigentlich bedeutet. Sie sind Mitläufer, handeln aus reiner Solidarität. Wie die Herdentiere, machen alle nach, was einer vormacht, ohne auch nur einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden.

Mein anfängliches Schmunzeln, über den ganzen Genderwahnsinn, hat sich mittlerweile zu einem ausgewachsenen Stirnrunzeln entwickelt. Und das sage ich. Als Frau. Ich finde es schon fast lächerlich, denn der Kampf gilt ja nicht den eigenen Rechten, sondern den “unterdrückten” Frauen, als die sich so einige anscheinend, in der heutigen Zeit noch fühlen. Ich persönlich kann dazu nur sagen, dass ich “Frausein” heutzutage, noch nie als Nachteil empfunden habe, eher im Gegenteil.

Klar ist: Männer haben im Schnitt ein höheres Gehalt und das ist absolut unfair. Oder?
Sehen wir uns das mal etwas genauer an.
Männer sind grundsätzlich eher an der Spitze der Firma anzutreffen. Doch nicht etwa, weil uns Frauen das nicht ermöglicht wird. Viel mehr ist es doch so, dass wir uns, seitdem wir frei wählen dürfen, bewusst weit häufiger, für weniger karriereträchtige Berufe entscheiden.
Denn selbst, wenn Frauen immer öfter als “karrieregeil” und “kinderwunschlos” bezeichnet werden, gibt es, nach wie vor, mehr als genug von uns, die genau das Gegenteil anstreben. Die das “Ursprüngliche” schätzen. Die Mutter und zuhause sein wollen und denen es wichtig ist, Beruf mit Familie gut vereinbaren zu können. Der Spagat zwischen Karriere und Kind ist alles andere als einfach, doch selbst erfolgreichen Frauen, macht es meist Spaß und Freude, längere Zeit bei ihren Kindern zu sein.
Ihr könntet an dieser Stelle natürlich beanstanden, dass ich ja überhaupt nicht wisse, wovon ich rede, da ich selbst noch keine Familie hätte. Jedoch habe ich noch nie eine Mutter, das Gegenteil sagen hören. Es liegt eben in unseren Genen. Viele Frauen sind bereit, so einiges zu opfern für ihr “Glück” und handeln somit gleichzeitig nicht so, wie es der Feminismus “vorschreibt”.

Lustig finde ich auch, zu beobachten, wie so manche Frau behauptet, völlig unabhängig und selbstständig zu sein. Sie möchte respektiert werden und der Mann möge jegliche “Ansprüche” unterlassen, denn die Zeiten und somit auch die Werte, hätten sich geändert. Wir befinden uns ja schließlich im 21. Jahrhundert.
Wenn es dann jedoch zu einem Date kommt, sollte es schon ganz klar sein, dass der Mann bezahlt. Da ist von der Selbstständigkeit dann plötzlich nicht mehr viel übrig, denn das wird dann als “Anstand” gewertet.
Paradox, nicht?

Genauso lächerlich, finde ich das Argument der “sexuellen Belästigung”. Als hätte das irgendetwas mit Feminismus zu tun.
Völliger Schwachsinn, in meinen Augen.
Für mich ist das ganz klar eine Frage des Charakters. Als gäbe es dieses Phänomen nicht auch unter gleichgeschlechtlichen Menschen. Dort fällt es nur nicht so auf, weil sie eine Minderheit sind.

Das Ganze ist für mich daher viel mehr Egoismus, als Feminismus. Es ist legitim und völlig in Ordnung, dass wir uns nach unseren eigenen “Glücksvorstellungen” richten und nicht nach den Vorgaben der Gesellschaft oder Politik, die gar noch, damit wirbt.
Den Begriff “Feminismus” finde ich antiquiert.
Es mag vielleicht für manche hart oder forsch klingen, doch mein eigenes Leben, meine Bedürfnisse, Wünsche und Ziele sind mir immer noch am Wichtigsten. Ich möchte so behandelt werden und so viel verdienen, wie ich es für meine Leistung als angemessen empfinde. Natürlich kann es mal vorkommen, dass man sich benachteiligt und ungerecht behandelt fühlt, aber der Hintergrund muss dann doch nicht mein Geschlecht sein.

Die eigentliche Frage ist doch nicht die, nach dem Geschlecht, sondern, ob wir unser Leben Geschlechterklischee entsprechend leben.

3 thoughts on “Feminismus oder doch Egoismus?

  1. MS says:

    Feminismus steht für die Überzeugung, dass Frauen die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben sollen wie Männer. Das mal gleich zu Anfang. Feminismus hat auch nicht “in den letzten Jahren” Anklang in der Gesellschaft gefunden. Den Begriff gibt es seit dem späten 18.Jh. und die Bewegung bzw. Frauenemanzipation gibt es noch länger.
    Mit dem Satz “denn der Kampf gilt ja nicht den eigenen Rechten, sondern den “unterdrückten” Frauen, als die sich so einige anscheinend, in der heutigen Zeit noch fühlen” weiß man nicht so recht was man anfangen soll – beziehst du dich nur auf Österreich? Hier herrscht rechtliche Gleichstellung, aber für die haben Frauen* (und Männer*) Generationen vor uns kämpfen müssen und dank diesen FeministInnen (ich lasse die “” bewusst weg) wurde erst 1975 (!!) die Fristenlösung eingeführt und die Familienrechtsreform durchgezogen dank der Frauen nun ohne Zustimmung des Mannes arbeiten gehen dürfen, und erst 1989 (!!!) wurden Vergewaltigung und geschlechtliche Nötigung in einer Ehe strafbar. Andere Meilensteine waren 1918 das Frauenwahlrecht und 1897 die Zulassung von Frauen als ordentliche Hörerinnen an einem Teil der Uni Wien, bis dahin galt die “zerebrale Unterkapazität” von Frauen als Grund ihres Ausschlusses. Point is, die Rechte und Privilegien, die du für selbstverständlich hältst, haben Generationen vor uns hart erarbeitet (Stichwort Suffragette). Der einzige Grund, warum du dir den Kopf zerbrechen kannst, wie du Karriere und Kinder vereinen kannst, der einzige Grund, warum du überhaupt eine eigene Wahl hast, ist der Feminismus.
    Beziehst du dich jedoch auf die Welt allgemein, darf ich dich bitten Zeitung zu lesen und dich über andere Länder zu informieren, am besten über jene in denen das Gesetz der Scharia herrscht, vielleicht kommst du von selber drauf wie unfassbar ignorant es ist von “unterdrückten” Frauen zu reden, als wären diese nur wehleidig oder jammerfreudig und als ob es nicht weltweit Millionen von Frauen gibt, denen es nicht mal ansatzweise so gut geht wie uns. ZB Beschneidung in Afrika, Sextourismus in Thailand und Steinigungen in muslimischen Ländern.
    Gleich zum nächsten problematischen Anführungszeichen – ” “sexuelle Belästigung” ” ?! Hat natürlich etwas mit Feminismus zu tun? Siehe 1989 oben? UND: bitte lies doch mal im §218 StGB nach: wer eine Person durch eine geschlechtliche Handlung belästigt…
    Diese Strafbestimmung gab es bis 2004 (!!!) nicht, bis dahin standen nur öffentlich unzüchtige Handlungen unter Strafe, aber die Würde jedes Menschen (nicht nur von Frauen gegenüber Männern) wurde erst mit Inkrafttreten des neuen §218 in 2004 geschützt, der sexuelle Belästigung strafbar machte. Dank der radikalen Idee, dass Frauen auch Menschen sind, dank dem Feminismus. Auch weiterhin hat sexuelle Belästigung einen hohen Stellenwert in den feministischen Agenden, denn obwohl es strafbar ist, wird es oft als „Kavaliersdelikt“ (hier ein Beispiel eines angebrachten Anführungszeichens) abgetan und unter den Tisch gekehrt. Es stellt genauso eine Strafbestimmung dar wie jede andere im StGB, doch ist die Kulanz den Tätern gegenüber in einem Ausmaß vorhanden wie bei keiner anderen. Sexuelle Belästigung von Frauen ist deswegen ein feministisches Thema, weil es strukturell und institutionalisiert immer noch in unserer (österreichischen) Gesellschaft vorkommt. Ganz zu schweigen von anderen Ländern. Ja, nicht jeder Mann, und ja vielleicht ist es eine Frage des Charakters, aber vielleicht ist es auch eine Frage der Umstände und der Möglichkeiten und ganz sicher sind es immer noch zu viele Männer, um das Thema einfach abzuhaken.
    Außerdem, das Gesetz macht keinen Unterschied, ob die belästigte oder die belästigende Person hetero oder homosexuell ist, das Thema ist ein Kampf, bei dem wir nicht in Mehrheiten und Minderheiten aufgeteilt werden, sondern den wir gemeinsam bestreiten.
    Btw, hat man aufgrund deiner Meinung das Gefühl, dass du selbst nicht sonderlich viel Zeit in der Arbeitswelt verbracht hast, denn es ist Realität, dass sich viele Frauen mit etwas herumschlagen müssen, was du lächerlich findest. (Bitte das Video von Joko und Klaas anschauen zB).
    „Es liegt eben in unseren Genen“, wow nach dem Satz war ich kurz der Meinung, dass du einen Propagandazettel für ein Österreich von vor 100 Jahren schreibst. Der ganze Absatz hebt hervor, dass dir anscheinend wichtig ist, Familie und Kinder zu haben. Und das ist toll, darfst du, sollst du, kannst du. Und genauso können sich andere dafür entscheiden, Karriere zu machen und zwar ohne dass man mit dem Vorwurf nicht entsprechend seiner Gene gehandelt zu haben konfrontiert werden muss. Und wieder scheinst du nicht besonders viel Ahnung zu haben, wie es in der echten Welt aussieht. Es gibt ein Gleichbehandlungsgesetz, das unter anderem verbietet, Bewerber für einen Job, bzw bereits angestellte Arbeitnehmerinnen aufgrund ihres Geschlechts zu diskriminieren, in anderen Worten; sie nicht einzustellen, weil sie Frauen sind oder sie nicht zu befördern/im Vergleich zu den Kollegen schlechter zu bezahlen etc weil sie Frauen sind. Dieses Gesetz gibt es, weil es notwendig ist.
    Weiters ist es direkt unpassend von „Ursprünglichkeiten“ in den weiblichen Traditionen zu sprechen, das zeigt dir schon alleine die Jahrhunderte andauernde Frauenbewegung, ohne die Frauen heute noch nicht über sich selbst entscheiden dürften, sich nur um Haus und Kinder und die Bedürfnisse ihres Mannes kümmern dürften, kein Vermögen besitzen und nicht selbst über ihren Körper entscheiden könnten. Und der Kampf für letzteres zB ist noch lange nicht vorbei: in einigen Staaten in den USA wurden die Abtreibungsregeln derartig verschärft, dass es quasi unmöglich ist, diese legal durchzuführen, in Polen (Europa!!) ist jede Abtreibung tabu, außer wenn die Frau vergewaltigt wurde oder ihr Leben in Gefahr ist, es gibt noch nicht mal die Pille danach. Frage: wie kommen Gesetzgeber dazu uns vorzuschreiben was wir tun und lassen können in einem so persönlichen Bereich wie diesem? Abstrahiert von der Frage, wie man moralisch zur Abtreibung steht, ist die Frage nach der eigenen Wahl, das Statement pro-choice, ausschließlich zu bejahen. Und das bietet dir Feminismus generell: eine choice. Er schreibt dir nichts vor. Er öffnet dir Möglichkeiten und Wege.
    Einzelne Personen, die kontroverse Meinungen bezüglich Karrierefrauen oder Hausfrauen haben, dem Feminismus zuzuordnen und diesen dann deswegen zu diskreditieren ist keine sinnvolle und daher erfolglose Argumentation.
    Zu dem Date-Thema sag ich nichts, da es extrem Einzelfall bezogen ist und auch komplett irrelevant im main picture. Aber nur kurz: von welchen Frauen redest du? Studentinnen wie uns, die völlig abhängig vom Geld ihrer Eltern sind? Von Frauen, die ein Date und gleich das Restaurant vorschlagen und dann eingeladen werden wollen oder von Frauen, die nach einem Date gefragt werden und hingehen und dann gebeten werden selbst zu zahlen? Seit wann schließen sich Selbstständigkeit und Manieren gegenseitig aus.
    I get your main point, dass du frei von allen Vorgaben entscheiden willst, was du tun und lassen kannst, beruflich und privat. Dem kann ich wirklich nur zu 100% zustimmen. Feminismusbashing ist allerdings nicht der Weg diese Message rüberzubringen. Wären Frauen vor dir nicht so „egoistisch“ gewesen, bräuchtest du die Erlaubnis deines Mannes oder Vaters, um deinen neuen Blog zu starten.

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    1. Terrimerry says:

      I get your point, aber anscheinend hast du meinen nicht ganz verstanden. Ich stelle hier nicht den Feminismus allgemein in Frage, sondern werfe lediglich die Frage in den Raum, ob der heutige sogenannte “Feminismus” tatsächlich noch was mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Wenn nämlich beispielsweise Frauen nackt durch die Stadt spazieren, dann verstehe ich ehrlich nicht, was das noch mit Frauenrechten zu tun haben soll.
      Und auch ich musste sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz erfahren, weiß also sehr wohl, wovon ich hier schreibe. Ich denke nur, dass man Themen kritisch betrachten und hinterfragen sollte, aber jeder hat eigene Meinungen und das ist auch gut so.

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  2. GF says:

    Spannender Blog, aber wenig neuer Content. Ein Engagement solltest du in der Politik einsetzen um Synergien zu schaffen.

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