Studium – Fluch oder Segen?

Nervige Eltern, ratlose Studenten und die große Frage: “Wann bist du endlich fertig?”

Jeder, der studiert oder sein Studium bereits abgeschlossen hat (ich gratuliere) kennt’s – die Fragerei.
Ich kann mich noch genau an meine Matura erinnern. An keinem Tag zuvor habe ich mich so allwissend und frei gefühlt. Endlich hat die Kontrolle von zuhause ein Ende.
Falsch gedacht.
Da fängt der Spaß erst richtig an.

Studieren ist ein völlig neuer Lebensabschnitt, der, wie in meinem Fall, oft auch mit einem Umzug verbunden ist. Der plötzliche Kontrollverlust der Eltern, die einen nun nicht mehr jeden Tag “vor einem Buch sitzen” sehen (das, wie alle Schüler wissen, nicht zwingend “lernen” bedeuten muss), versuchen nun, durch Kontrollanrufe und gezielte Fragen, den Erfolgsstatus des Kindes abzufragen.
Man traut sich ja schon fast nicht mehr Heim zu fahren, geschweige denn, an Familienfeiern teilzunehmen, denn zuhause? – Da wartet die Familie. Alle brennen schon förmlich darauf, dir endlich die Frage aller Fragen stellen zu können: “Wann bist du denn endlich fertig?”. Im selben Atemzug wird dann noch: “Wie läuft’s momentan so an der Uni?” und “Lernst du auch brav mit?” nachgeschoben.
Du kannst dir bestimmt vorstellen, wie anstrengend das für jemanden wie mich ist, der nun schon das fünfte Jahr studiert.
Na gut, ich gebe zu, teilweise habe ich wohl nicht “brav” genug gelernt und das ganze auch nicht allzu ernst genommen, aber man sagt ja, die Studienzeit sei die beste und das sollte man doch auch etwas genießen dürfen, oder?

Zudem kommt dann natürlich auch noch die eigene Unsicherheit: Ist mein Studium überhaupt das richtige für mich?
Unter den tausenden Angeboten an Studienrichtungen und Unis muss man sich erst mal entscheiden können.
“Du hast das Privileg, studieren zu dürfen.”, höre ich immer wieder. Da stimme ich natürlich zu. Ich bin unter den Privilegierten, die diese tolle Möglichkeit haben. Das zu wissen, macht das Ganze jedoch um kein Stück einfacher.
Der Überfluss an Studienangeboten ist gigantisch. Ganz klar ein Vorteil, denn du, WIR, haben die Wahl.
Ja, die QUAL der Wahl.

Wenn man dann endlich das passende (zumindest für’s erste) gefunden hat, geht es los.
Doch vor allem zu Beginn steht man ganz alleine da. In der Schule hat man zwar viel gelernt, da kommt jedoch auch so einiges zu kurz und der Ansprechpartner, an den man sich immer wenden kann, fehlt irgendwie.
Außerdem soll man sich plötzlich selbst einen Platz sichern, um überhaupt erst am “Unterricht” teilnehmen zu können und zu Prüfungen wird man auch nicht automatisch angemeldet.
Da kann man schon mal ins wanken kommen.
Jetzt nur nicht verzweifeln!
Auch ich habe mein Studium gewechselt und bin von Pharmazie auf Molekularbiologie umgestiegen. Ob das nun “das richtige” für mich ist – ich habe keine Ahnung.

Wenn ich allerdings an eines glaube, dann, dass JEDER das erreichen kann, das er/sie will. Der Weg dahin ist sicher nicht immer ein Zuckerschlecken, aber sonst wäre es ja auch langweilig, oder?

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