The fear of not beeing enough

Vom Träumen und der Angst davor.

Das “Level an maximaler Leistung” zu erreichen oder unsere Träume zu verfolgen fällt uns oft schwer, doch warum eigentlich?

Dieses Thema beschäftigt mich schon lange.
Unabhängig von der Situation, habe ich ständig das Gefühl “da geht noch mehr”, “das war nicht alles”, “das geht doch besser”. Selbst, wenn ich alles gelernt hätte, wenn ich alles beherrschen würde, dieses Gefühl “ungenügend” zu sein, eventuelle Hindernisse aufgrund mangelnder Fähigkeiten oder Kenntnisse nicht überwinden zu können, bleibt.

Oberflächlich betrachtet, ist das erste, das mir in Bezug auf eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit in den Sinn kommt, Faulheit und Procrastination. Doch, wenn ich etwas tiefer gehe, komme ich auf folgenden Gedanken:

“Die Angst davor, nicht genug zu sein.”

Alle anderen Gedanken und Gefühle sind nur vorgeschobene “Gründe”. Die Angst zu versagen oder Unsicherheiten. Sie führen zurück zu diesem einen Gedanken, sie sind nur “Symptome”.

Woher aber kommt diese irrationale Angst?

Frühere Enttäuschung? Zurückweisung? Ablehnung?
Klar, jeder hat bestimmt schon einmal Enttäuschung erlebt, damit werden wir tagtäglich konfrontiert. Wir erwarten etwas, die Erwartung wird nicht erfüllt, wir sind enttäuscht. Auch Zurückweisung und Ablehnung sind keine Seltenheit. Sie gehören eben zum Leben dazu und mit jeder dieser Erfahrungen wachsen wir ein Stück.

Ich frage mich jedoch, warum wir oft so vorschnell “aufgeben” (wollen). Woher kommt dieses “Nein”, wenn es darum geht, die eigenen Träume zu verfolgen?
Denn eigentlich sollten wir uns doch vielmehr darauf konzentrieren, uns selbst zu stärken, hinter unserer Meinung zu stehen, unser größter Supporter sein, anstatt den Fokus auf die Schwächen zu richten.

Warum ist es uns nicht mehr “erlaubt” zu träumen? Oder warum “verbieten” wir uns das selbst?
Ab einem gewissen Alter wird von uns erwartet, alle Träume sozusagen beiseite zu legen und was “ernsthaftes”, was “richtiges” anzustreben. Stets wird einem gesagt, man müsse jetzt “erwachsen” sein. Doch was ist dieses “erwachsen” eigentlich und in welcher Relation steht es überhaupt zu diesem Thema?

Gesellschaftlich betrachtet, bedeutet “erwachsen sein” immer Verantwortung zu tragen und geht Hand in Hand mit dem Alter. Alle anderen Vorstellungen sind individuell. Für den einen bedeutet “erwachsen sein” vielleicht ein Haus mit Familie, während ein anderer eine völlig unterschiedliche Vorstellung davon hat, was einen “Erwachsenen” ausmacht.
Wir versuchen stets, alles an gesellschaftlichen Normen zu messen, doch es gibt hier kein richtig oder falsch.

Auf dem Papier bin ich also erwachsen und deshalb wird erwachsenes Verhalten meinerseits, vorausgesetzt. Doch was, wenn sich meine Vorstellung komplett von der meines Gegenübers unterscheidet?
Wer von uns ist dann der “Erwachsene”?

Meinung ≠ Tatsache.

Wir Menschen sind manipulativ. Geschickt versuchen wir Gespräche, Gefühle usw. in eine bestimmte Richtung zu lenken, um unser Ziel zu erreichen. Das ist grundsätzlich nichts negatives, wir alle tun es, meistens geschieht das unbewusst. Wir sollten uns dabei nur eines vor Augen halten: Meinung ≠ Tatsache.
Wir verkaufen unsere Meinung gern als Tatsache, weil für uns die Grenze dabei manchmal verschwimmt. Wir sind schließlich davon überzeut und für uns ist die eigenen Meinung auch oft Tatsache, weil wir es so wahrnehmen. Doch jeder hat eine unterschiedliche Wahrnehmung der Wahrheit und niemand kennt “die wahre Wahrheit”. Natürlich existieren auch Tatsachen, die tatsächlich welche sind, wo es nichts daran zu rütteln gibt. Doch Meinungen sind verschieden.

Als Kind heißt es doch immer “nichts ist unmöglich”. Und doch scheinen unsere Möglichkeiten als Erwachsener oft so begrenzt.
Die Angst davor, alles zu geben und zu versagen, zurückgewiesen oder abgelehnt zu werden, verleitet uns dazu, nicht ehrlich dazu zu stehen, was wir wirklich aus tiefstem Herzen wollen. Nicht nur anderen gegenüber, auch zu uns selbst sind wir dann nicht ehrlich.
Wir lehnen uns ab, bevor andere überhaupt die Chance haben, das zu tun. Wieso? Wie können wir uns über unsere Konditionierung hinwegsetzen und etwas verändern?

Es ist anstrengend und benötigt viel Zeit, zu reflektieren und sich mit den eigenen Gewohnheiten und Verhaltensweisen auseinanderzusetzen. Doch nur, wer sich selbst kennt und beherrscht, kann auch sein Leben in die Hand nehmen und für Veränderung sorgen.

Oft stellen wir uns die Frage, warum wir, trotz aller Bemühungen, nicht das gewünschte Ergebnis erzielen. Aber die eigentliche Frage lautet doch: Wie sehr will ich es wirklich und was bin ich bereit dafür zu opfern?
Erfolg, ob beruflich oder privat, ist nicht einfach. Er erfordert außerordentlich viel Aufwand und Disziplin.
Auch Selbst-Sabotage aus Angst, den Erfolg nicht zu verdienen, kann dabei ein Stein im Weg sein. Das Gefühl zu haben, ein “Betrüger” zu sein, den andere schon noch aufdecken werden, ist belastend. Wo wir wieder beim Thema wären…

Doch wie können wir dieses Verhalten nun verändern?

Die Wahrheit ist, akut ist das unmöglich. Wir wiederholen “schlechte” Verhaltensweisen so oft und verfallen so lange in “alte Muster”, bis wir in der Lage sind, diese zu korrigieren.
Doch jedes Mal, kommen wir unserem Ziel ein kleines Stück näher.

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